Akademisches Jahr 2010/2011
Die Fellowships wurden aus Mitteln der Fritz Thyssen Stiftung finanziert.

Toufoul Abou-Hodeib
ist Architektin (American University of Beirut, B.Arch 1998) und Kultur- und Sozialhistorikerin (M.A. 2002, Universität Amsterdam, (Ph.D. 2010, University of Chicago).
Sie unterrichtete an der American University of Beirut und der University of Chicago. In ihrer Dissertation „Authentic Modern: Domesticity and the Emergence of a Middle Class Culture in Late Ottoman Beirut“, die durch ein Mellon-Fellowship gefördert wurde, untersucht Abou Hodeib, wie sich die Erfahrung der Moderne in der Gestaltung des häuslichen Wohnraums widerspiegelt und wie sich darin die kulturelle „Authentizität“ einer neuen Mittelschicht in Beirut artikuliert. Im Zentrum der Untersuchung steht dabei die Materialkultur des Wohnraums und die um die Jahrhundertwende stattfindende Wandlung von Kategorien wie „Öffentlichkeit“, „Klasse“ und „Geschmack“ und deren Definition in der Perspektive von Stadtpolitik, intellektuellem Diskurs und privatem Konsum. In Kürze erscheint von ihr ein Artikel über Geschmack und Klasse im spätosmanischen Beirut im International Journal of Middle East Studies. Während ihres Aufenthaltes als EUME-Fellow in Berlin wird Toufoul Abou-Hodeib ihre Dissertation weiterentwickeln und sie zu einem Buchmanuskript umarbeiten.

Maggie Awadalla
studierte Englisch und Komparatistik an der American University in Cairo und promovierte 2006 am Centre of Colonial and Postcolonial Studies der Kent University. Ihr Dissertationsprojekt, „National Discourse and Egyptian Women’s Writing: Generational Differences in the Works of Latifa Zayyat and Ahdaf Soueif” behandelt die Rolle und Mitwirkung von Schriftstellerinnen in Ägypten bei der Schaffung eines nationalen Diskurses sowie ihr Bestreben nach einer Teilhabe am öffentlichen Raum. Maggie Awadalla unterrichtete Arabistik am Imperial College London und der School of African and Oriental Studies, University of London (SOAS) und Moderne und postkoloniale Literatur an der Kent University.
Während des Akademischen Jahres 2010/11 als EUME-Fellow wird sie ihr Dissertationsprojekt erweitern und die Auswirkungen der soziopolitischen und kulturellen Veränderungen nachzeichnen, die zur Entstehung kompensatorischer Diskurse und zur Radikalisierung in Ägypten führten. Sie wird auch untersuchen, wie in literarischen Ausdrucksformen eine gemeinsame Grundlage für ein alternatives, säkulares und einheimisches Erbe gefunden werden kann.

Gülhan Balsoy
promovierte 2009 in Geschichte an der Binghamton University, den M.A. erhielt sie an der Istanbul Technical University. Von 2007 bis 2010 unterrichtete sie an der Işık University osmanische und türkische Geschichte sowie Wissenschaftsgeschichte. Ihre Dissertation „Gender and the Politics of Female Body: Midwifery, Abortion, and Pregnancy in Ottoman Society (1838-1890s)” beschäftigt sich mit der Politisierung von Reproduktion im Osmanischen Reich von Mitte bis Ende des 19. Jahrhunderts. Ihre wichtigsten Publikationen sind „Gendering the Ottoman Labor History: The Cibali Régie Factory in the Early Twentieth Century” in „International Review of Social History” und „Advices to Pregnant Women: Changing Conceptions of Pregnancy and Birth in the Ottoman Empire in the late Nineteenth Century” in „Medicine Within and Between the Habsburg and Ottoman Empires, 18th-19th Centuries” (im Erscheinen). Ihre Lehr- und Forschungsinteressen umfassen die Geschichte des späten Osmanischen Reichs, Geschichte der Frauen und Gender, Sozialgeschichte der Medizin, Wissenschafts- und Technologiegeschichte und Geschichte der Arbeit.
Während ihres Berlin-Aufenthaltes wird sie - aufbauend auf ihrer Dissertation - an einem Buch über die geschlechtsbezogenen Aspekte der Bevölkerungspolitik und über die Politik des weiblichen Körpers im späten Osmanischen Reich arbeiten. Darüber hinaus wird sie ihre Forschung an einem neuen Projekt fortführen, das die medizinischen Institutionen für Frauen in der osmanischen Gesellschaft untersucht.

Mohammed A. Bamyeh*
ist Professor für Soziologie an der University of Pittsburgh. Er hatte den Hubert H. Humphrey Chair in International Studies am Macalester College in Saint Paul, Minnesota, inne, war SSRC-MacArthur-Fellow für International Peace and Security und hat an der Georgetown University, New York University, SUNY-Buffalo und der University of Massachusetts unterrichtet. Er promovierte 1990 in Soziologie an der University of Wisconsin-Madison. Zu seinen weiteren Interessengebieten zählen Islamwissenschaft, Religionssoziologie, politische und kulturelle Globalisierung, Zivilgesellschaft und soziale Bewegungen und Vergleichende Sozial- und Politiktheorie. Seine Veröffentlichungen umfassen Anarchy as Order: The History and future of Civic Humanity (Rowan & Littlefield 2009), Of Death and Dominion: The Existential Foundations of Governance (Northwestern UP 2007), The Ends of Globalization (Minnesota UP 2000), The Social Origins of Islam: Mind, Economy, Discourse (Minnesota UP 1999, ausgezeichnet durch die Middle East Studies Association (Albert Hourani Honorable Mention). Er war Herausgeber von Palestine America (als Sonderheft des South Atlantic Quarterly, 2003, Mitherausgeber (mit Brett Neilson) von Drugs in Motion: Mind and Body Altering Substances in the World’s Cultural Economy (als Sonderheft von Cultural Critique, 2009) und er hat gerade die Arbeiten am demnächst erscheinenden Band Intellectuals and Civil Society in the Middle East (I. B. Tauris 2011) abgeschlossen.
Mohammed Bamyeh ist Gründungsherausgeber der Zeitschrift Passages: Journal of Transnational and Transcultural Studies, er war Herausgeber der Buchreihe „World Heritage Studies on Multiculturalism and Transnationalism“ und ist aktueller Mitherausgeber der neuen Buchreihe „Tracking Globalization“ (Indiana UP).
*Affiliated Fellow von EUME

Fadi A. Bardawil
studierte Soziologie an der American University in Beirut und promovierte in Anthropologie an der Columbia University. Seine Dissertation „When All that is Revolution Melts into Air: The Disenchantment of Leftist Levantine Intellectuals“ untersucht den Zusammenbruch marxistischen Denkens und marxistischer Praxis in der Levante anhand des intellektuellen und politischen Werdegangs einer (um 1940 geborenen) Generation prominenter Intellektueller. Memoiren, Zeitungsarchive, Parteidokumente, theoretische Texte und Interviews dienen als Ausgangsmaterial für die Erforschung der ideologischen Veränderungen in der Region, das vieldiskutierte Verhältnis von Intellektuellen gegenüber politischer Militanz und für die wechselnden Verschränkungen großstädtischer westlicher Gebiete kultureller Produktion mit dezentral gelegenen arabischen.
Fadi A. Bardawil unterrichtete Einführungskurse in die Sozialwissenschaften an der American University in Beirut und Westliche Gegenwartskultur an der Columbia University. Er war Associate Researcher am Institut Français du Proche Orient in Amman und Beirut (2005-07) und einer der zwei Conveners des „Middle East and North Africa Workshop“ an der Columbia University (2009-10).
In Berlin wird er sein Dissertationsprojekt überarbeiten und erweitern. Dafür wird er die internationale Verbreitung theoretischer Diskurse, ihre politischen Auswirkungen und die ethischen Dilemmas untersuchen, die sie infolge des Dahinschwindens des Marxismus als transnationalem Idiom der Kritik und als Emanzipationsversprechen aufwerfen.

Lejla Demiri
hat 2008 an der Cambridge University promoviert und war von 2007 - 2010 Junior Research Fellow in Trinity Hall. Zur Zeit arbeitet sie an ihrem Buchprojekt „A Medieval Muslim Commentary on the Bible: Najm al-Dīn al-Tūfī’s (d. 716/1316) Response to the Christians“,
das auf ihrer Dissertation beruht. Sie studierte Christliche Theologie in Rom und erhielt das Diplom (2004) und Postgraduiertendiplom (2003) an der Pontificia Università Gregoriana. Darüber hinaus war sie Gaststudentin an der Pontificia Università San Tommaso d’Aquino/Angelicum (2002-2003). Davor machte sie den M.A. (2000) und B.A. (1998) in Islamischer Theologie an der Marmara Universität in Istanbul. Ihre Forschung untersucht die Wechselbeziehungen zwischen muslimischer und christlicher Theologie in der Vormoderne. Weiterhin hat sie an der Cambridge University und dem Cambridge Muslim College unterrichtet. Seit 2002 ist sie im religionsübergreifenden Dialog aktiv. Ihr Forschungsprojekt für das EUME-Fellowship in Berlin trägt den Titel:
„A Muslim Approach to Religious Diversity and Salvation in the late 17th and Early 18thCenturies: ‘Abd al-Ghanī al-Nābulusī (1641-1731) on Christianity and Christian Theology”.

Hanan Hammad
ist Assistant Professor für Geschichte an der Texas Christian University, USA. Sie promovierte 2009 in Nahöstlicher Geschichte und Persian Studies an der University of Texas at Austin. Ihre Veröffentlichungen umfassen die Artikel „Between Egyptian ‘National purity’ and ‘Local Flexibility’ Prostitution in al-Mahalla al-Kubra in the first half of the 20th century“ und „From Fascination to Condemnation: Khomeini and the Iranian Revolution in the Egyptian Press“. Zur Zeit arbeitet sie an einem Buchmanuskript mit dem vorläufigen Titel Mechanizing People, Localizing Modernity: Industrialization and Social Transformation in Modern Egypt. Auf bisher nicht genutzten Archivquellen und in der Stadt al-Mahalla al-Kubra erstellter Oral History aufbauend untersucht Mechanizing People, wie die moderne Industrie das sozioökonomische und demografische Wachstum der ägyptischen Gesellschaft beeinflusste, sich auf den Alltag gewöhnlicher Menschen auswirkte und ihr Zeitgefühl, ihre Auffassung von Geld und ihre Konsumgewohnheiten veränderte. Prof. Hammads Engagement für persische Geschichte und Kultur zeigt sich in mehreren wissenschaftlichen Vorträgen und einer arabischen Übersetzung von Moniro Ravanipours Roman Ahl-e Gharq. Darüber hinaus hat sie einen B. A. in Kommunikation und Journalistik der Cairo University und arbeitete vor ihrem Eintritt in die akademische Welt als Journalistin für ägyptische, kuwaitische und amerikanische Zeitungen.

Tamer el Leithy
wurde in Kairo, Ägypten, geboren und wuchs dort auf. Nach dem Studium der Wirtschaftswissenschaften (BA., American University in Cairo) und einem kurzen Zwischenspiel als Ökonom in der Ölindustrie begann er das Studium der Geschichte des Mittelalters an der AUC, Cambridge University (M. Phil.) und Princeton University (Ph.D.). Er war Junior Fellow der Harvard Society of Fellows (2003-06); zur Zeit unterrichtet er Sozial- und Kulturgeschichte des Mittelalters an der New York University (2007-).El-Leithy hat gerade ein Buchmanuskript abgeschlossen, das auf seiner Dissertation aufbaut. In dieser Arbeit untersucht er die entscheidende Welle der Konversion koptischer Christen zum Islam im 14. Jahrhundert, als vermutlich Ägypten mehrheitlich muslimisch wurde. Auf der Grundlage von unveröffentlichten koptischen Manuskripten und Dokumenten zeichnet die Untersuchung nach, inwiefern die Konversion (und der damit verbundene Argwohn gegenüber den Konvertierten und deren schließliche Assimilation) sich nicht nur auf das koptische Christentum tiefgreifend auswirkte, sondern auch auf den Islam. Weiterhin behandelt die Arbeit die Beziehung zwischen Religionswechsel und langfristigen Prozessen kultureller Anpassung und ethnischer Konversion.
Während des EUME-Fellowshipjahres (2010-11) wird er seine Forschung zu einer bislang unbekannten Dokumentensammlung beginnen, die er vor Kurzem in Kairo entdeckte. Er plant anhand dieser Dokumente zwei christliche Wohngegenden im spätmittelalterlichen Kairo zu rekonstruieren und die dort wohnenden koptischen Familien und deren Strategien sozialer Reproduktion zu untersuchen. Diese Untersuchung der Beziehung zwischen Familie, Eigentum und Rechtspraxis ist von besonderer Bedeutung angesichts der Tatsache, dass Christen ihre kommunalen und familiären Reproduktionsstrategien — von Eheschließung/Scheidung bis hin zu Erbschafts- und Stiftungsverfahren [Waqf] — vor muslimischen Gerichten (d. h. durch islamisches Recht) durchführten.

Nadia Nader
ist Rechtshistorikerin und promovierte am Fachbereich für Geschichte der University of California, Santa Barbara. Ihre Dissertation, „The Memory of the Mihna in a Haunted Time: Dogmatic Theology, Neo-Mu’tazilism and Islamic Legal Reform“, ist eine geschichtliche Beurteilung der Bedeutung der Mihna für Muslime in Geschichte und Gegenwart. Durch eine Schwerpunktsetzung auf die Mihna – die theologische Frage, ob der Koran erschaffen oder ewig sei – zeigt diese auf, wie dogmatische Theologie die Entwicklung islamischer Rechtsinstitutionen und Rechtslehre beeinflusste, und wie diese Entwicklung sich auf das normative Glaubenssystem der Muslime und ihr Verständnis der ethischen Grundlage des islamischen Rechts auswirkte.
Nadia Nader schloss mit dem B.A. in Englischer Literatur und Kultur an der Alexandria University in Ägypten ab und zog dann in die Vereinigten Staaten. Sie hat zwei Master-Abschlüsse in Religionswissenschaft und Geschichte von der University of California, Santa Barbara. Ihr vorrangiges Interesse gilt Fragen historischer Erinnerung und wie diese unser modernes Verständnis einer gemeinsamen Vergangenheit von gesellschaftlichen Gruppen tiefgreifend beeinflussen, Rechtsentwicklung sowie Fragen von Identität und Glauben. Nadia Naders weitere Interessen sind Geschichtsschreibung, islamische Rechtsgeschichte, Rechtstheorie, islamisches Recht, islamisches Familienrecht, Islam im Westen und Menschenrechte. Mit ihrer Spezialisierung auf die mittelalterliche Geschichte und Rechtsgeschichte des Islam und mit ihrem Interesse am zeitgenössischem Islam sowie Islam und Ethik sieht sie sich als aktive Teilnehmerin an der aktuellen Debatte über eine muslimische Reform und über Frauen- und Menschenrechte in der muslimischen Welt.
Während des EUME-Fellowshipjahres in Berlin plant Nadia Nader an einem Buch zu arbeiten, das auf ihrer Dissertation aufbaut. Ihr Projekt befasst sich mit muslimischer Erinnerung und der Entwicklung eines islamischen Rechtsdiskurses. Der vorläufige Buchtitel lautet „Haunted Times”.

Agnès Penot-Lejeune*
promoviert in Kunstgeschichte bei Dominique Poulot an der Université Paris I Panthéon-Sorbonne. Ihre Dissertation trägt den Titel The internationalization of the French art market during the nineteenth century through the example of the art Gallery Goupil & Cie. Unter Einbeziehung von ökonomischen und soziologischen Fragestellungen und in vergleichender Perspektive konzentriert sich ihre Dissertation auf eine der weltweit erfolgreichsten Kunstgalerien und Händler von Drucken des 19. Jahrhunderts.
Penot-Lejeune war Fellow 2008-2009 am Getty Research Institute in Los Angeles und hat eng mit dem „Project for the Study of Collecting and Provenance“ zusammengearbeitet, um eine Datenbank zur Erfassung des Bestandsverzeichnisses von Goupil & Cie zu erstellen.
Während ihres Berlin-Aufenthaltes erforscht sie Frankreichs privilegierte Stellung in den künstlerischen Beziehungen zwischen Europa und dem Nahen Osten. Sie wird die Verbreitung von Bildbotschaften des 19. Jahrhunderts über die „Welt des Ostens“ untersuchen, d. h. von Goupil & Cie getroffene ikonografische Entscheidungen und Vertriebsstrategien, sowie das Erbe des Nahen Ostens auf dem Kunstmarkt des 19. Jahrhunderts. Zusätzlich zur Erforschung der sich entwickelnden amerikanischen und europäischen Vorliebe für Bilder des Orients, wie er in den Büchern von Goupil & Cie festgehalten ist, wird sie den Geschmack von Sammlern im Nahen Osten und ihre Rolle im internationalen Kunstmarkt untersuchen.
*Affiliierter Fellow von EUME. Stipendium des Centre Inter-disciplinaire d’Etudes et de Recherches sur l’Allemagne

Guriqbal S. Sahota
ist Absolvent der University of California (B.A., Geschichte) und der University of Chicago (M.A., PhD, Südasiatische Sprachen und Kulturen). Seine Dissertation, die gerade für eine Veröffentlichung unter dem Titel „The Late Colonial Sublime“ überarbeitet wird, untersucht die sozialen Energien und ästhetischen Ideologien, die in den letzten Jahrzehnten der britischen Kolonialherrschaft eine neo-epische Form in der Hindi- und der Urdu-Literatur hervorbrachten. Sahota übersetzt literarische Werke aus Urdu und verfasst Beiträge zu zeitgenössischer Kultur, insbesondere Theorie, Dichtung und Übersetzung.
Sein aktuelles Projekt zeichnet ein Gesamtbild der Konstellation kultureller Formen, die im Verlauf des 20. Jahrhunderts aus der Ablehnung der Moderne in postkolonialen Orten entstanden sind. Das Projekt konzentriert sich insbesondere auf die Art und Weise, wie in dieser Zeit verschiedene Glaubenssysteme anfingen, soziale und politische Widersprüche auszuhandeln. Während seines Aufenthalts in Berlin wird er vor allem zwei Punkte dieser Konstellation untersuchen: 1) Muhammad Iqbals Zweifel am Westen im Kontext seiner Beschäftigung mit Goethe, seiner Lektüre deutscher Romantiker und paralleler Formen „später“ Romantik in Deutschland zu dieser Zeit (Nietzsche, Klages und der Münchener Kosmikerkreis); dabei soll herausgearbeitet werden, ob – oder wie – romantische Kritik der Aufklärung Iqbals Verständnis von islamischer Politik auf dem Subkontinent beeinflusste; 2) die religiöse Minderheitenpolitik der Sikhs im postkolonialen Indien; hier wird die Frage sein: Welche Form nahm politische Ideologie in der Bewegung für Khalistan im Vergleich zum liberalen, säkularen System der Hindu-Mehrheit an.
G.S. Sahota wird 2011 am Fachbereich Literatur der University of California, Santa Cruz unterrichten.

Zeynep Türkyılmaz
promovierte im August 2009 am Fachbereich Geschichte der University of California in Los Angeles. Ihren M.A. erhielt sie 2001 von der Boğaziçi University. Ihre Dissertation, „Anxieties of Conversion: Missionaries, State and Heterodox Communities in the Late Ottoman Empire“, beruht auf intensiver Forschung in osmanischen, britischen und mehreren amerikanischen Missionsarchiven und verwendet auch ethnografische Quellen. Auf ihrer Forschungsarbeit aufbauend untersucht sie, wie die Sorge um die Loyalität religiöser Randgruppen des Reichs und die Intervention von Missionaren in diesen Gemeinden die Kategorien von Identität und Techniken der Staatskunst veränderte und somit eine Schlüsselrolle dabei spielte, das Profil sowohl der osmanischen Moderne als auch der Nachfolger des Osmanischen Reichs in Südosteuropa, Anatolien und dem arabischen Nahen Osten festzulegen. Im Akademischen Jahr 2009-10 war sie Andrew W. Mellon Foundation Sawyer Seminar Postdoctoral Fellow an der UNC-Chapel Hill. Als EUME-Fellow wird sie ihre Forschung erweitern und vor allem ihre Dissertation in ein Buchmanuskript umarbeiten.


