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Dr. Haggag Ali
studierte Anglistik an der Universität Kairo und begann 2002 den Promotionsstudiengang in Literaturtheorie. 2008 schloss er mit dem Ph.D. an der Universität Kairo mit einer Dissertation über The Cognitive Mapping of Modernity and Postmodernity ab. In dieser Arbeit behandelt Haggag Ali die Konvergenz jüdischer und islamischer Kritik der Moderne und Postmoderne mit besonderem Schwerpunkt auf den Beiträgen des polnisch-britischen Soziologen Zygmunt Bauman (Autor von Dialektik der Ordnung. Die Moderne und der Holocaust) und des ägyptischen Intellektuellen Abdelwahab Elmessiri (dem Herausgeber der arabischen Enzyklopädie des Judentums). Alis Forschungsinteressen liegen im Bereich der Literaturtheorie und kritischen Theorien zur Moderne. Sein derzeitiges Forschungsvorhaben beschäftigt sich mit dem Geist von Eric Voegelin in Zygmunt Baumans und Abdelwahab Elmessiris Kritik der Moderne.

Dr. Sinan Antoon
ist Dichter, Romanautor und Übersetzer. Er studierte Englische Literatur an der Universität Baghdad, bevor er nach dem Golfkrieg 1991 in die Vereinigten Staaten zog. Sein Studium setzte er an der Georgetown und der Harvard University fort, wo er 2006 in Arabischer Literatur promovierte. Seine Dissertation befasst sich mit dem Dichter Ibn al-Hajjaj aus dem 10. Jahrhundert. 2003 erhielt er ein Mellon-Forschungsstipendium. Seine Gedichte und Beiträge (in Arabisch und Englisch) sind in verschiedenen Zeitschriften und Publikationen in der arabischen Welt erschienen, darunter as-Safir, an-Nahar, al-Adab, Masharef sowie The Nation, Middle East Report, al-Ahram Weekly, Banipal, World Literature Today und The Journal of Palestine Studies. Von Sinan Antoon liegt eine Gedichtsammlung auf Arabisch vor, die ins Englische übersetzt und im April 2007 als The Baghdad Blues bei Harbor Mountain Press veröffentlicht wurde. Sein Roman l’jaam (Beirut 2003) erschien 2007 auf Englisch bei City Lights Books. Übersetzungen ins Italienische (Feltrinelli), Deutsche (Lenos), Portugiesische (Globo) und Norwegische sind in Vorbereitung. Seine Gedichte wurden in die Anthologien Iraqi Poetry Today und Inclined to Speak: An Anthology of Arabic-American Poetry aufgenommen. Er hat darüber hinaus zahlreiche arabische Gedichte ins Englische übersetzt. Seine Co-Übersetzung von Mahmud Darwishs Gedichten war 2004 für den PEN Translation Prize nominiert. Antoon ist Koproduzent und Koregisseur des Dokumentarfilms „About Baghdad“ (2004) über das Leben von Irakern im besetzen Irak nach Saddam Hussein. Er ist Redakteur von Banipal und Mitglied des Redaktionsausschusses des Middle East Report. Er unterrichtete am Dartmouth College (2003-2005) und ist zur Zeit Assistant Professor an der Gallatin School der New York University und Fellow am Hagop Kevorkian Center for Near Eastern Studies. In Berlin wird er an einem Buch über Die Poetik des Obszönen in vormoderner arabischer Dichtung arbeiten.

Dr. Umut Azak
studierte Politikwissenschaft an der Boğaziçi University in Istanbul. 1998 schloss sie mit dem M.A. in Nahoststudien an der SOAS, University of London ab. Im Mittelpunkt ihrer Forschung stehen intellektuelle Bewegungen im Nahen Osten, insbesondere Islamismus und Säkularismus in der Türkei. 2007 promovierte sie an der CNWS (School of Asian, African and Amerindian Studies) der Universität Leiden mit einer Dissertation zum Thema Myths and Memories of Secularism in Turkey (1946-1966). Sie arbeitete 2004-2006 als Teilzeitdozentin an den Universitäten Leiden und Utrecht. Zu ihren Veröffentlichungen zählen: „A Reaction to Authoritarian Modernization in Turkey: The Menemen Incident and the Creation and Contestation of a Myth, 1930–31“, in: T. Atabaki (Hg.), The State and the Subaltern: Modernization, Society and the State in Turkey and Iran (London: I.B. Tauris, 2007), S. 143-158; „Secularism in Turkey as a Nationalist Search for Vernacular Islam: The Ban on the Call to Prayer in Arabic (1932-1950)“, in: REMMM, La Revue des mondes musulmans et de la Méditerranée,123 (2008): 161-77. In Berlin wird sie zu Mythen und Ritualen des Säkularismus in der Türkei arbeiten.

Dr. Selçuk Dursun
studierte Geschichte an der Middle East Technical University (METU) und der University of Texas, Austin, bevor er an der Sabancı University (Istanbul) mit einer Arbeit über die Geschichte der osmanischen Forstwirtschaft promovierte. In seiner wissenschaftlichen Arbeit befasst er sich vor allem mit Umweltgeschichte (Geschichte der Ökologie) des Osmanischen Reiches, des Balkans und des Nahen Ostens, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf Gebrauch und Steuerung natürlicher Ressourcen liegt. Seine Publikationen umfassen die Transkription und Faksimile-Ausgabe von The Ottoman Treasury Registers of the Year 1680, 2 Bände, Royal Asiatic Society Books. Ibrahim Pasha of Egypt Series (London and New York: RoutledgeCurzon, erscheint demnächst), „Limits to Forest Administration in the Ottoman Empire: 1870-1914“, in Law and Transformation in the Russian and Ottoman Empires, hg. von Huri Islamoğlu und Jane Burbank (erscheint demnächst) und „A Call for an Environmental History of the Ottoman Empire and Modern Turkey: Reflections on the Fourth ESEH Conference (Review Article)“, New Perspectives on Turkey 37 (Fall 2007): S. 211-222. Während seines Fellowships in Berlin wird Selçuk Dursun sein Forschungsprojekt „Producing the Ottoman Empire, Greening the Turkish Nation: Demographic Displacements and Cosmopolitan Visions in Resource Management“ verfolgen.

Dr. Vangelis Kechriotis
ist Assistant Professor an der Boğaziçi Universität, wo er Geschichte des Balkans und Geschichte der Nichtmuslime im Osmanischen Reich unterrichtet. Er promovierte 2005 im Rahmen des Programms für Türkeistudien des Fachbereichs Literatur der Universität Leiden mit einer Arbeit über Griechen in Izmir (The Greeks of Izmir: An Ottoman Non-Muslim Community between Autonomy and Patriotism). Kechriotis ist Mitglied einer Forschungsgruppe zu Historiographie und Geschichtstheorie, die seit 1999 die Zeitschrift Historein veröffentlicht. Darüber hinaus ist er Fellow eines Projekts zur Veröffentlichung des vierbändigen Werks Discourses of Collective Identity in Central and Southeast Europe (1770-1945): Texts and Commentaries bei CEU Press, Budapest, dessen erste beide Bände Late Enlightenment und National Romanticism, hg. von Balász Trencsényi und Miachal Kopeček, jeweils 2006 und 2007 erschienen sind. Er veröffentlichte Beiträge zu Izmir im Osmanischen Reich und den politischen und kulturellen Aspekten des Griechisch-Orthodoxen im Osmanischen Reich.

Dr. Ismael M. Montana
ist Assistant Professor für Geschichte an der Northern Illinois University. Er hat in Tunis und Malta studiert, promovierte in Afrikanischer Geschichte an der York University (2007). Sein Dissertationsvorhaben The Trans-Saharan Slave Trade, Abolition of Slavery and Transformations in the North African Regency of Tunis, 1759-1855 untersucht das Zusammenspiel zwischen Karawanen-Sklavenhandel, Abschaffung der Sklaverei und wirtschaftlichen und politischen Prozessen im 18. und Mitte des 19. Jahrhunderts in Tunesien und allgemeiner dem westlichen Mittelmeer. Montana war Visiting Assistant Professor am Fachbereich Geschichte der Trent University (Kanada). Sein Forschungsinteresse reicht von den sozialen und wirtschaftlichen Aspekten der Geschichte der Sklaverei in Nordwestafrika und der islamischen Welt im 18. und 19. Jahrhundert bis zur Entwicklungszusammenarbeit nach dem Kalten Krieg zwischen der Europäischen Union und Staaten Afrikas, der Karibik und des Pazifik. Zu diesem Forschungsbereich hat er zahlreiche Artikel veröffentlicht, darunter „Ahmad Ibn al-Qadi al-Timbuktawi on the Bori Ceremonies of Sudan-Tunis“, in: Paul E. Lovejoy (Hg.), Slavery on the Frontiers of Islam (2003), und hat mit Paul E. Lovejoy und Behnaz Miarzai Asl den Band Islam, Slavery and Diaspora herausgegeben (Trenton NJ: Africa World Press, erscheint Juli-August 2008). Er unterrichtet Afrikanische Geschichte, Sklaverei und ihre Abschaffung auf dem afrikanischen Kontinent, Diaspora Afrikas sowie die Geschichte des Islam in Afrika.

Husain Qutbuddin
erhielt seine Ausbildung in Indien und lebte danach 15 Jahre lang in Kairo, Ägypten. Dort lernte er den Koran auswendig und die fachgerechte Rezitation und erhielt den akademischen Grad eines Bachelor an der American University in Cairo (AUC) in Arabistik und Informatik. Seine Dissertation an der Cambridge University befasst sich mit der Koranexegese der Fatimiden. Er hat sich auf die Werke der großen Missionare der Fatimiden (da‘i-s) spezialisiert, insbesondere jene von al-Qadi al-Nu‘man (gest. 973), des obersten Richters der Fatimidendynastie (909-1171), wie Die Säulen des Islam und Der Auserwählte in der Jurisprudenz. Seine Forschungsinteressen beinhalten die Koranexegese (tafsir) der ismailischen Gemeinden der Fatimiden- und Nach-Fatimidenzeit, die pragmatische und semantische Analyse von Koranzitaten, elektronische tafsir-Datenbanken sowie den Gebrauch und die Anwendung des Korans durch islamische Sekten in der Moderne. Diesen letzten Schwerpunkt wird er während seiner Teilnahme am Programm „Europa im Nahen Osten – der Nahe Osten in Europa“ weiter verfolgen. Er unterrichtete Arabisch und Einführungskurse in die Islamwissenschaft an der AUC und der Cambridge University, Großbritannien. Als Konferenzbeiträge verfasste er „A Methodology for the Analysis of Qur’anic Quotations in Arabic Texts“, „Implicit Tafsir and the Exoteric Aspect of Ismaili Exegesis“ und „Applying the Qur’an Today: Perspectives of the Major Islamic Sects“. Seine Publikationen umfassen „Al-Husayn b. ‘Ali” im Biographical Dictionary of Islamic Civilization and Cultures, hg. Mustafa Shah (I. B. Taurus, Veröffentlichung 2009) und eine Besprechung von The Advent of the Fatimids von Paul Walker und Wilferd Madelung, in: MESA Bulletin 39, Nr. 2 (2005): S. 208-09.

Prof. Walid Saleh
ist Associate Professor für Religionswissenschaft an der Universität Toronto. Er studierte Arabistik an der American University of Beirut und promovierte in Religionswissenschaft an der Yale University. Sein Spezialgebiet ist der Koran und die Geschichte seiner Auslegung (tafsir). Sein erstes Buch The Formation of the Classical Tafsir Tradition: The Qur'an Commentary of al-Tha’labi (D. 427/1035) erschien 2004 bei Brill. Sein zweites Buch In Defense of the Bible: A Critical Edition and an Introduction to al-Biqa’i's Bible Treatise wurde 2008 ebenfalls bei Brill veröffentlicht. Saleh untersucht in seinem neuen Projekt die Rezeption der Bibel durch muslimische Gelehrte. Saleh möchte damit eine neue Art der Ideengeschichte des Islam schreiben, bei der Exegese (tafsir) und das Studium des Korans in ihrer Beziehung zu anderen Traditionen dargestellt werden. Ein weiteres Interessengebiet Salehs ist die apokalyptische Literatur, die in den arabischen Ländern der Mamluken- und frühen osmanischen Zeit verfasst wurde.

Dr. Sherene Seikaly
war 2007-2008 Qatar Post-doctoral fellow am CCAS, Georgetown University. Sie ist Mitherausgeberin des Arab Studies Journal. September 2007 schloss Seikaly ihre Promotion an den Fachbereichen für Geschichte und Nahoststudien und Islamwissenschaften der New York University ab. Zur Zeit arbeitet sie an ihrem Manuskript Meatless Days: Consumption and Capitalism in Wartime Palestine 1939-1948, das auf ihrer Dissertation aufbaut. An den Schnittstellen der Forschung zu Konsum, Volkswirtschaft und Kolonialismus zeichnen ihre Untersuchungen die Herausbildung einer palästinensisch-arabischen Mittelklasse vor dem entscheidenden Bruch 1948 nach. Seikalys Interessen reichen von der Sozial- und Kulturgeschichte von Alltagsbräuchen bis zu den Verläufen kolonialer und postkolonialer Entwicklung. Sie lehrt und schreibt zu Themen wie „The New Arab Home: Consumer, Housewife, and Citizen in Forties Palestine“, „A Public Good? Palestinian Businessmen and the British Colonial State“, „Nakba and Historiography: The Centrality of Catastrophe in Palestinian History” und „Food for All Under Control: Nutrition and Colonial Development in 1940s Palestine”. Seikaly unterrichtet Geschichte des modernen Nahen Ostens und verbindet in der Lehre materielle und kulturwissenschaftliche Ansätze.
Dr. Şehnaz Tahir Gürçağlar
studierte Übersetzungswissenschaft an der Boğaziçi Universität in Istanbul und Medienwissenschaften an der Universität Oslo. Sie promovierte in Übersetzungswissenschaft und unterrichtet gegenwärtig Übersetzungstheorie, Übersetzungsgeschichte und Übersetzungskritik an der Boğaziçi Universität. Tahir Gürçağlar ist Autorin von Kapılar (2005, das Buch untersucht verschiedene Ansätze für eine Geschichte der Übersetzung) und The Politics and Poetics of Translation in Turkey, 1923-1960 (Rodopi, 2008). Sie hat Artikel zur türkischen Übersetzungsgeschichte und zur Vorgehensweise der deskriptiven Übersetzungswissenschaft veröffentlicht. Darüber hinaus arbeitet sie als Konferenzdolmetscherin und Übersetzerin von Lyrik und Texten aus dem Bereich der Sozialwissenschaften und zu Umweltfragen. Ihr neues Projekt nennt sich „Mapping the Field of Popular Literature in Turkey: Textual Production Outside the Canon“.
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