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Ghada Al-Madbouh
promoviert an der University of Maryland/College Park im Fachbereich Government and Politics mit einer Dissertation über Aggression of Inclusion: the Effect of Decentralized Leadership and Informal Politics in the Palestinian Authority on Inter-factional Violence in a Colonial Context. Sie erhielt ihren B.A. von der Birzeit University, Ramallah, und den M.A. von der University of Maryland/College Park. Ihr Forschungsinteresse liegt auf der Beziehung zwischen sozialen Bewegungen und dem Staatsapparat. Dabei interessiert sie insbesondere der Zusammenhang zwischen Unterdrückung und Dissens, die Transition von autoritären Regimen und/oder deren Robustheit sowie das politische Denken islamistischer sozialer Bewegungen. 2007 war sie Geschäftsführende Direktorin des Palestinian American Research Center (PARC) in Ramallah. In ihrer Dissertation unternimmt sie den Versuch, Phänomene von Gewalt (oder Mäßigung) im Zusammenhang der Interaktion zwischen Staat und Bewegung, Kolonisation und ausländischer Intervention zu verorten. Dabei nimmt sie auch die Perspektiven der islamistischen Hamas-Bewegung zu Fragen der Gewalt der Regierung, interner Gewalt und deren Entwicklung und Interaktion mit dem Projekt einer Liberalisierung der Politik in den Blick.
Während ihres EUME-Fellowships wird Al-Madbouh mit einem Projekt zum Thema Religiöser Säkularismus in Diskurs und Praxis der Hamas an ihr Dissertationsvorhaben anknüpfen.

Dr. Haytham Bahoora
studierte Englische Literatur an der University of Michigan und führte sein Studium an der University of California, Berkeley und der New York University fort, wo er 2009 in Vergleichender Literaturwissenschaft promovierte. Seine Dissertation Modernism Before Modernity: Literature and Urban Form in Iraq untersucht die Beziehung zwischen diskursiver und materieller Kultur in der arabischen Welt, wobei die Zunahme ästhetischer Modernismen mit einem bestimmten Zeitpunkt ungleicher sozialer und wirtschaftlicher Entwicklung in Irak in Verbindung gebracht wird. Mit Blick auf das Kulturschaffen im Baghdad der 1950er untersucht seine Arbeit wie modernistische Architektur, Entwicklungsdiskurs und eine erstarkende Staatsmacht zusammenwirkten, eine moderne urbane Ordnung hervorzubringen, die durch eine Ästhetik der Technik gekennzeichnet ist. Bahoora zeigt auf, auf welche Art und Weise visuelle Kultur und verschiedene literarische Genres - von modernistischer Dichtung über die realistische Kurzgeschichte bis zu modernistischen Romanen - auf diese neuen urbanen Entwicklungsräume reagierten. Bahoora unterrichtete Arabische Literatur an der Gallatin School und dem College of Arts and Sciences an der New York University sowie Arabisch an der Columbia University. 2007 war er Fellow am American Academic Research Institute in Irak und schrieb für Al Ahram Weekly. 2010 wird er als Assistant Professor am Fachbereich für Asiatische Sprachen und Kulturen an der University von Colorado, Boulder, lehren und forschen.
Während des Akademischen Jahres 2009/10 als EUME-Fellow in Berlin wird Bahoora auf seiner Dissertation aufbauend untersuchen, wie radikale ästhetische Formen mit der Verbreitung liberaler Vorstellungen von Staatsbürgerschaft in der Arabischen Welt zusammenhängen.

Dr. Bashir Bashir
ist Research Fellow des Van Leer Jerusalem Institute und erhielt seinen Doktortitel und M.A. in Politischer Theorie an der London School of Economics and Political Science (LSE). Den B.A. in Politik, Soziologie und Anthropologie machte er an der Hebrew University in Jerusalem. Am Van Leer Jerusalem Institute leitet Bashir zusammen mit Prof. Yossi Yonah und Dr. Guy Ben-Porat eine Forschungsgruppe zu Öffentlicher Ordnung und Multikulturalismus in Israel und ist, zusammen mit Dr. Amos Goldberg, Mitherausgeber von The Holocaust in Israel’s Public Discourse: Between the Perpetuation of Victimhood and the Promise of Civility. Er unterrichtete Politische Theorie an der LSE, Queen's University (Kanada), und der Hebrew University in Jerusalem. Seine Forschungsschwerpunkte sind: demokratische Theorien zu Inklusion, Multikulturalismus, Konfliktlösung und Versöhnungspolitik, beratende Demokratie und Binationalismus in Palästina/Israel. Zu Bashirs Publikationen zählen: Will Kymlicka und Bashir Bashir (hg.), The Politics of Reconciliation in Multicultural Societies (Oxford: Oxford University Press, 2008).
Sein derzeitiges Forschungsprojekt, an dem er als EUME-Fellow in Berlin arbeiten wird, trägt den Titel Die Versöhnungspolitik und binationale Demokratie in Palästina/Israel.

Dr. Munir Fakher Eldin
promovierte an der New York University in einem kombinierten Programm in Nahoststudien und Islamwissenschaften sowie Geschichte (September 2008). Seine Dissertation mit dem Titel Communities of Owners: Land Law, Governance, and Politics in Palestine, 1858-1948 untersucht die Geschichte des Konflikts um Land zwischen Zionismus und den Palästinensern aus dem Blickwinkel der Landregime, die in spätosmanischer Zeit und währen des britischen Mandats eingeführt wurden. Unter Einbeziehung einer Vielzahl von Archivdokumenten und anderen Quellen in arabischer, englischer, hebräischer und osmanischer Sprache, die sich mit staatlicher Verwaltung und Grundbesitz im Beisan-Tal (im Norden des Mandatsgebiets Palästina) befassen, zeigt die Studie die Rolle des Staates bei der Formung der kolonialen Geographie des Landes auf. Fakher Eldin stützt sich in seiner Forschung und Dokumentation der Geschichte der Veränderung und des Widerstands im Alltag der syrischen Bevölkerung in den besetzten Golanhöhen — seinem Heimatgebiet - auch auf Oral History. Sowohl während seiner jährlichen Besuche im Sommer als auch im Ausland ist er aktiv an den kulturellen und politischen Angelegenheiten seiner Gemeinschaft beteiligt.

Dr. Nader Hammami
promovierte 2009 an der Université de Tunis unter Professor Wahid Saafi mit einer Doktorarbeit über Darstellungen der Gefährten Mohammeds in den Hadith-Sammlungen. Sein Studium der Arabischen Kunst und Zivilisation an der Université de la Manouba schloss er 2002 unter Professor Abdelmajid Charfi mit einer Arbeit über Die schwere Sünde in islamischer Theologie ab. Seit 2002 ist Hammami Mitglied der tunesischen Arbeitskreise Der koranische Kodex und seine Lesarten (Leitung Professor Charfi) und Lesarten religiöser Diskurse (Leitung Professor Saafi). Er unterrichtete an der Universität Sfax und war Teilnehmer der EUME Sommerakademie 2007 zum Thema Literary and Historical Approaches to the Qur'an and the Bible. Zu seinen Veröffentlichungen zählen Tabari und seine sunnitischen Gegner (auf Arabisch 2005), Islam der Juristen (auf Arabisch; Beirut: Dar at-Tali'a, 2006) und Ursprünge von Ibn Khalduns Theorie zum sunnitischen Mystizismus (auf Arabisch, Institute Superieur des Langues de Tunis 2007). Seine Forschungsinteressen sind Koranstudien und islamische Imagination in Klassik und Mittelalter.
Als Fellow von EUME in Berlin wird er an seinem Forschungsprojekt Die Anlässe der Offenbarung und das Problem der Authentizität arbeiten.

Dr. Yasmeen Hanoosh
ist literarische Übersetzerin und Assistant Professor für Arabische Sprache und Moderne arabische Literatur am Fachbereich für Fremdsprachen der Portland State University. Sie lebte bis 1995 in Irak und zog dann in die Vereinigten Staaten, wo sie an der University of Michigan mit dem B.A. in Philosophie und Weltreligionen (2001) und dem M.A. in Arabistik (2003) abschloss. 2008 erhielt sie dort den Doktortitel am Fachbereich für Nahoststudien mit einer Dissertation über The Politics of Minority: Chaldeans between Iraq and America. Sie unterrichtete an der al-Akhawayn University in Ifrane, Marokko (2003, 2005), der American University in Beirut, Libanon (2004), der University of Virginia in Charlottesville, VA (2003), und am Wellesley College in Wellesley, MA (2007-2008). Ihre Übersetzungen erschienen in verschiedenen Literaturzeitschriften und Publikationen, darunter Banipal und The Iowa Review. Ihre Übersetzung des irakischen Romans Scattered Crumbs von Muhsin al-Ramli gewann den Arkansas Arabic Translation Prize 2002 und ist ausschnittweise in vielen Publikationen und im Sammelband Literature from the Axis of Evil: Writing from Iran, Irak, North Korea and Other Enemy Nations (2006) erschienen.
Während ihres Aufenthalts in Berlin wird Hanoosh an einem Buch über die Wechselwirkung zwischen den ethnoreligiösen Minderheiten im Nahen Osten und den europäischen archäologischen und christlichen Missionen in der Region arbeiten.

Dr. Nazan Maksudyan
studierte Politikwissenschaft an der Boğaziçi University in Istanbul. In ihrer Magisterarbeit (2003) konzentrierte sie sich auf die Forschung und Veröffentlichungen von Wissenschaftlern in Verbindung mit der Turkish Review of Anthropology von 1925 bis 1939 und analysierte eine Form des frühen türkischen Nationalismus, welche durch einen rassistischen Diskurs geformt wurde, der sich auf die Autorität der akademischen Disziplin Anthropologie stützte und daraus herleitete. Im Januar 2008 promovierte sie an der Sabanci University in Geschichte mit einer Dissertation über Hearing the Voiceless – Seeing the Invisible: Orphans and Destitute Children as Actors of Social, Economic, and Political History in Nineteenth-Century Ottoman Empire. 2008 und 2009 arbeitete sie als Teilzeitdozentin an der Boğaziçi University und Sabanci University. Ihre Publikationen umfassen: „Foster-Daughter or Servant, Charity or Abuse: Beslemes in the Late Ottoman Empire”, Journal of Historical Sociology, 21 (2008): 488-512; „'This time women as well got involved in politics!': Nineteenth Century Ottoman Women's Organizations and Political Agency“, in Sima Aprahamian, Victoria Rowe (hg.)., Ottoman Women's Movements and Print Cultures (Austin: University of Texas Press, 2009); Türklüğü Ölçmek: Bilimkurgusal Antropoloji ve Türk Milliyetçiliğinin Irkçı Çehresi, 1925-1939 [Die Vermessung des Türkischseins: Science-Fiction-Anthropologie und das rassistische Gesicht des türkischen Nationalismus, 1925-1939], İstanbul: Metis, 2005; 2. Aufl. 2007; „The Turkish Review of Anthropology and the Racist Face of Turkish Nationalism“, Cultural Dynamics, 17 (2005): 291-322.
Maksudyans aktuelles Forschungsprojekt, an dem sie als EUME-Fellow in Berlin arbeiten wird, konzentriert sich auf die Einführung von Berufsausbildungen für verwaiste, mittellose und arme Kinder in den Ballungsgebieten der Provinzen des Osmanischen Reiches. Es soll eine nuanciertere Einsicht in die Besonderheiten der osmanischen Bildungsreform in den Provinzen, die Versuche, die städtische Wirtschaft zu erneuern, und das neue Interesse an Ordnung und Sicherheit in den Städten bieten.

Dr. Sonali Pahwa
promovierte 2007 in Kulturanthropologie an der Columbia University. Danach wurde sie als Mellon Postdoctoral Fellow in das Programm „Kulturen in transnationaler Perspektive“ an die University of California, Los Angeles, berufen, wo sie an den Fachbereichen Theaterwissenschaft und Anthropologie lehrte. 2003 und 2004 arbeitete sie als angestellte Journalistin für den Kulturteil des ägyptischen Al-Ahram Weekly. Aktuell arbeitet sie an einem Buchmanuskript mit dem Titel Theatres of Translation: Aesthetics and Politics of Performance in Neoliberal Egypt. Hier untersucht sie Jugendtheater, Theaterworkshops im Rahmen von Selbsthilfe-Programmen und die Veränderung des Begriffs ‚Aufführung’ in der Übergangszeit von postsozialistischer zu neoliberaler kultureller Produktion. Ein zweites Projekt über neue Frauenmedien in der arabischen Welt, wie z.B. Talkshows im Satellitenfernsehen und Internetradio, untersucht die Vergeschlechtlichung von Raum und die Konstruktion von Häuslichkeit in der arabischen Öffentlichkeit.

Dr. Nadya Sbaiti
ist Assistant Professor für Geschichte am Smith College und Mt Holyoke College in Massachusetts, USA, wo sie Lehrveranstaltungen über die Sozial- und Kulturgeschichte des modernen Nahens Ostens gibt. Ihren Doktortitel erhielt sie 2008 an der Georgetown University. Sbaitis Veröffentlichungen umfassen den Artikel ‚If the Devil Spoke French’: Strategies of Language and Learning in French Mandate Beirut’ über die kulturelle und politische Bedeutung von Unterrichtssprachen in Schulen und auch Artikel, die als Wegweiser für Forscher durch Libanons Archive dienen. Sie forscht zu Themen wie räumlichen Manifestationen kolonialer und nationaler Projekte, kolonialen Methoden sozialer Kontrolle, zur Historiographie als diskursive und materielle Praktik, zur Beziehung von Tourismus und historischem Erbe und zur zeitgenössischen populären Kultur (Musik, Film, Gameshows und Reality-TV). Sbaiti ist darüber hinaus seit 2005 als Mitherausgeberin für das Arab Studies Journal tätig.
Sbaiti arbeitet an einem Buchmanuskript mit dem Titel 'Know Your History, Know Yourself': Education and the Construction of History in Mandate Lebanon, das auf ihrer Dissertation aufbauend die zentrale Rolle von Bildung für die sich entfaltenden, komplexen Schnittstellen vielstimmiger nationaler Narrative und Historiographien im Libanon unter dem französischen Mandat untersucht.

Dr. Kirsten Scheid
ist Anthropologin und Kunsthistorikerin mit dem Spezialgebiet moderne und zeitgenössische bildende Künste im Libanon. Sie studierte Kunstgeschichte an der Columbia University (M.A. 1992) und Kulturanthropologie an der Princeton University (Ph.D. 2005). Ihre Forschungsinteressen umfassen die Geschichte der Malerei im Libanon und in der arabischen Welt, Kolonialismus und Ästhetik, die Rolle transkultureller Investitionen im Kunstbereich und die Rolle von Kunst in der Verhandlung mehrdeutiger sozialer Identitäten wie Gender und Klasse. Scheid ist Assistant Professor für Anthropologie an der American University of Beirut. Zur Zeit bereitet sie die Druckfassung ihrer Monographie On Civilized Art in Primitive Places: Modern Art and the Formation of Lebanese Society vor. Ihre Artikel umfassen The Agency of Art and Studying Arab Modernity (MIT-Electronical Journal of Middle Eastern Studies (7, Spring 2007), Missing Nike: On Oversights, Doubled Sights, and Universal Art Understood through Lebanon (Museum Anthropology, 32 / 2 Fall 2009) und The Necessity of the Nude: Being Painter, Man, and Intellectual in 1920s Beirut (International Journal of Middle Eastern Studies, Dezember 2009). Scheid kuratierte darüber hinaus mehrere Ausstellungen, darunter online für Arteeast.org, und in Nadi al-saha, einer Kulturwerkstatt, die sie mitgegründet hat. 1992/93 führte sie unabhängige Feldforschung über die zeitgenössische palästinensische Malereibewegung in der Westbank durch.
Scheids derzeitiges Forschungsprojekt verfolgt zwei parallele Fragen: zum einen die Frage der Finanzierung zeitgenössischer arabischer Kunst und die Kultivierung eines Publikums, zum anderen die Frage nach der Entstehung von Subjektivität einer Elitejugend.
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